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IDEE
Der Anteil an den Klimaemissionen im Bereich Wohnen lag 2004 bei rund 8 Prozent. Hier gilt es, zukünftig nachhaltige Gebäude zu produzieren.
Ursprünglich in der Forstwirtschaft als betriebswirtschaftliches Prinzip zur dauerhaften Sicherung des Holzertrages und dadurch mittelbar zum Schutz des Waldes eingeführt, erlebte der Begriff "Nachhaltigkeit" mit der Weltklimakonferenz von Rio de Janeiro 1992 seine Wiederbelebung.
Bei Gebäuden der neuen Generation handelt es sich einwandfrei um öko-optimierte Gebäude. Dies betrifft einerseits den Heizwärmebedarf und die Versorgung des Gebäudes mit regenerativen bzw. alternativen Energien und andererseits den verstärkten Einsatz nachwachsender und umweltschonender Ressourcen bei Baumaterialien. Weiters werden von den Bewohnern zukünftig schadstofffreie Materialien, ein gesundes Raumklima sowie Behaglichkeit gefordert werden. Der Holzbau wird sich dabei als qualitätsvolle Alternative zu Massivbausystemen etablieren – ökologische Bauweise, regionale Kreislaufwirtschaft sowie ökonomische Bauweise durch einen hohen Vorfertigungsgrad sei hier nur am Rande erwähnt.
Das heißt, Gebäude der Zukunft werden anders geplant, gebaut und betrieben werden. Nachhaltig bauen heißt intelligent bauen. Im Mittelpunkt des Projektes Basis09 steht ein umfassendes Qualitätskonzept, das nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ausgearbeitet wurde. Denn nachhaltige Gebäude sind umweltfreundlich, ressourcensparend, für ihre Nutzer behaglich und gesund und fügen sich optimal in ihr soziokulturelles Umfeld ein. In gleicher Weise stehen sie für wirtschaftliche Effizienz und langfristigen Werterhalt. Nachhaltige Immobilien überzeugen durch niedrige Betriebs- und Unterhaltskosten.
Gleichzeitig wächst die Anforderung, Gebäude so zu konzipieren, dass sie nach ihrem Lebenszyklus mit relativ wenig Aufwand verwandelbar, demontierbar sowie verwertbar gemacht werden können. Basis09 wird für einen Lebenszyklus von 25 Jahren konzipiert – innerhalb dieses Zyklus werden die einzelnen Gebäude weder nachgerüstet noch saniert. Nach dieser Zeit können die Gebäude komplett entfernt oder ressourcenschonend einer Umnutzung für einen zweiten Zyklus von 25 Jahren unterzogen werden.
Das Qualitätskonzept beim Projekt Basis09 umfasst folgende Themenfelder:
Standortqualität
Soziokulturelle Qualität
Ökonomische Qualität
Technische Qualität
Ökologische Qualität
Prozessqualität
Grundstückssuche
Felix, Marvin, Ute und Otmar Essl leben seit über 10 Jahren in Hallein und begaben sich im Jahr 2007 auf Grundstückssuche. Bei der Grundstückswahl hatte Hallein mit seinen mittelalterlichen Stadtkern oberste Priorität, da die Bezirkshauptstadt des Tennengaus einerseits kulturell einiges bietet und andererseits den Lebensmittelpunkt seit Jahren für die Familie Essl darstellt. Das Ziel bei der Grundstückswahl war von Anfang an klar definiert: Es sollte zentral sein- kurze Wege zu allen wichtigen Infrastruktureinrichtungen, alle wichtigen Wege müssen zu Fuß oder mittels Fahrrad in kurzer Zeit zu erreichen sein, eine sehr gute Verkehrsanbindung (Bahn, Bus, Individualverkehr) muss gegeben sein und das Baugrundstück sollte sehr gut besonnt und ruhig (Außenlärm) sein. Die Planung von drei getrennten Baukörpern für Wohnen, Büro und Physiotherapiepraxis muss möglich sein. Des Weiteren sollte die Bebauung einen architektonischen Spielraum bieten. Das passende Grundstück dazu wurde im Frühjahr 2008 durch Empfehlung des Immobilienbüros Andreas Pilz gefunden.
Grundstück
Die Grundstücksfläche beträgt 1.212 m2- davon erfolgt eine Abtretung an die Stadtgemeinde Hallein von 126 m2 nordöstlich des Grundstückes zur Verbreiterung des Ahauserweges. Das asymetrische Grundstück dehnt sich von Nordwesten nach Südosten aus und hat eine Länge von 88 m sowie eine Tiefe zwischen 7m und 18m. Das Grundstück ist im Wesentlichen eben und weist kein Gefälle auf. Erschlossen wird das Grundstück von Südosten, vom Ahauserweg aus. Im nordöstlichen Teil des Grundstückes befinden sich alle relevanten Versorgungsleitungen wie Fäkalkanal, Trinkwasserleitung, Strom sowie eine Fernwärmeleitung.
Bebauung
Im Nordosten ist die Physiotherapie geplant- 4m daneben wird das Wohnhaus errichtet. Das Wohnhaus hat eine Länge von 18m und eine Breite von 6,50m. Südöstlich, rund 20m entfernt befindet sich die Bürobox. Die Bürobox befindet sich inmitten alter Obstbäume, die aufgrund ihres Alters teilweise entfernt werden müssen und durch neue ersetzt werden.
Kennzahlen
Gemeinde: 5400 Hallein
Grundstücks Nr.: 254 und 255
KG.: 56203 Burgfried
Bauplatzfläche: 1.086 m2
Wohnnutzfläche:
Bürobox: 37 m²
Wohnhaus: 136 m²
Therapie: 48 m²
Bruttogeschossfläche:
Bürobox: 65 m²
Wohnhaus: 304 m²
Therapie: 71 m²
Baumaße:
Bürobox: 207 m³
Wohnhaus: 1.025 m³
Therapie: 302 m³
Heizwärmebedarf:
Bürobox: 28 kWh/(m2a)
Wohnhaus: 18 kWh/(m2a)
Therapie: 48 kWh/(m2a)
LEKTrans- Wert:
Bürobox: 21,6
Wohnhaus: 21,5
Therapie: 21
Ökologisch/baubiologische Schwerpunkte
1 Elektromagnetische Strahlung im Haus wird minimiert
2 Einsatz von Zirbenholz in den Schlafräumen
3 Punktuell eingesetzte Lehmwände regulieren die relative Luftfeuchte
4 Geölte Holzbauplatten als Sichtoberflächen im Innenbereich
5 Strahlungswärme durch Schamottsteine in den Wohnräumen
6 Rahmenlose Verglasung steigert die visuellen Ausblicke
7 CO2 gesteuerte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
8 Regenwassernutzung für WC- Anlagen
9 Wassersparende Armaturen
10 Wärmeerzeugung erfolgt durch Fernwärmeanschluss am Biomasseheizkraftwerk
11 Abdeckung des Haushaltsstroms durch eine Photovoltaikanlage
12 Sägerauhe Lärchenholzfassade wird durch eine Schlammfarbe behandelt
Kooperationspartner
• Pro Holz Salzburg
• Donauuniversität Krems
Planung
• Blitzblau Architektur GmbH
Generalunternehmer
• Blitzblau Holzbau GmbH
Partnerfirmen
• Holzbau Hutterer
• Dachdecker Gerlach
• Fenster Schafleitner
• Haustechnik Resch
• Elektrotechnik Pranzl
• Tischlerei Wienerroither
Holzbaustoffe
• Sägewerk Reisecker
• Holzcenter Weiss
• Firma Auro
Wärmedämmstoffe
• Isocell
Finanzierung
• Wüstenrot
Filmische und digitale Dokumentation
• Bigfoot
Ausführende Firmen


 
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